Ein guter Freund von mir hat nun nochmal den Versuch gestartet ein Linux auf sein Laptop zu packen. Nun ist es so das EuRo schon viele Jahre beruflich mit IT zu tun hat. Bisher her war er auch beruflich immer mit Windowssystemen beschäftigt, und da vor allem mit Serversystemen. Aber die Tage war es dann mal wieder so weit (Click) Und EuRo hat sich gedacht, das es ja nun sinnvol währe, wenn er wir in seiner Firma SuSE äh Novell einsetzt. Das hat nicht so geklappt wie es sollte.
Nun habe ich Euro den Tip gegeben, sich daoch mal die 7.04 Ubuntu bzw die KDE Variante Kubuntu zu saugen und auf einer freien Partition dem Ganzen mal eine neue Chance zu geben.
Es scheint geklappt zu haben.
Aber ein paar Anmerklungen hab ich schon dazu. Dabei geht es mit nicht um die Bauchschmerzen die ich mit dem Verhältnis zwischen den debian Projekt und Mark Shuttleworth habe, sondern um rein technische Anmerkungen und mögliche Konsequenzen daraus.
- Es wird in der Standardinstallation alles Mögliche installiert und aktiviert.
Damit das “Windowsfeeling” für Einsteiger aufkommt und nicht schon im frühen Stadium des Umstiegs harte Showstopper auftauchen, wird ein ganzer Wust von Software und Diensten installiert und aktiviert. Das ganze hat einen Preis: Es kostet Rechenleistung, es kostet RAM, es kostet Zuverlässigkeit und last but not least: Es kostet Sicherheit!
Der Unixansatz ist KISS: keep it small and simple. Eine Ubuntu Installation ist weit davon entfernt. - Mit Linux habe ich das sichere System.
Ach?!
Wirklich?
Da kann ich nur zurückfragen: Warum?
Und noch viel wichtiger: Was meinst Du mit “sicher”?
Meinst Du Betriebssicherheit im Sinne von Zuverlässigkeit? Da kann ich nur sagen das die Zuverlässigkeit bei freier Software höher ist, da Probleme schneller korrigiert werden, und viel wichtiger, sinnvoll korrigiert sind.Oder ist die Sicherheit gegenüber den üblichen Angriffen gemeint, die Ausnutzung von Designschwächen und Programmierfehlern? Hier muss ich feststellen, das freie Software lediglich den Vorteil der schnelleren Korrektur hat. Im Zusammenhang mit einem der genialsten Paketsysteme ist das Einspielen dieser neuen Versionen ein Kinderspiel. Ansonsten ist die Liste der Sicherheitslöcher vom Linuxkernel und auch vom Feuerfuchs bedrückend lang und genauso häßlich zu lesen wie die Liste der Redmondter Betriebssysteme. Die anderen Softwaresystem sind auch nicht viel besser.
- Eine gute Firewall ist schon eingebaut
Das stimmt. Die Firewall ist geil, aber ist die auch eingeschaltet? Wenn Du die Frage nicht beantworten kannst, dann hast Du ein Problem.Das Firewallframework Netfilter ist recht gut, aber ohne Konwhow wird halt keine Firewall draus, die Dein System schützt. Wenn ich auf meinem debian GNU/Linux etch System “apt-cache search firewall eingebe, dann bekomme ich ein lange Liste von Paketen die in Ihrer Beschreibung “firewall” enthalten. Da ich bisher meine Firewallregelen per Editor und Hirn erzuegt habe, kann ich Dir nur eine Emfehlung für ein grafische Werkzeug geben: fwbuilder.
Aber nur um mal über den Tellerran zu schauen: die BSD’ler haben ein deutlich leistungefähigers Firewallsystem, das zudem auch viel knackiger mit Regeln beschrieben werden kann. Bei Stichworten wie Statefull Inspection für IPv6 oder QoS, bzw Trafficshaping werde ich ganz neidisch auf die BSD Firewall. Ich werde mit das in jedem Fall noch antun.
Aber der ganze GUI Kram hilft Dir nichts, wenn Du nicht verstehst was aus dem Generator hinter raus kommt. Traue keinem Firewall Script was Du nicht verstehst.
- Das größte Sicherheitsproblem sitzt zwischen Stuhl und Tastatur
oder auch PEBKAC genannt: Problem exist between keyboard and chair.Sicher gegen Angriffe wird Dein System erst, wenn Du weißt, was in Deinem System abgeht, wenn Du weißt, welche Dienste laufen und warum.
Mach doch mal in einem grafischen Terminal (xterm, rxvt o.ä.) “
sudo ps ax | wc -l”
Bei mir kommt da 86 raus. Was steht da bei Dir?Apropo: Mit “
man ps” bzw. “man wc” bekommst Du raus was das alles bedeutet.Arbeite als einfacher Benutzer, was unter Unix/Linux der übliche Normalzustand ist. Gottseidank kann man sich bei Ubuntu nicht als root anmelden. Das hält viele davon ab, als root zu arbeiten.
Mit dem normalen Nutzerrechten ist es nicht unmöglich, aber doch recht schwer, unberechtigt höhere Privilegien zu bekommen. Das schützt Dich vor den typischen Windowsproblemen mit Viren und Würmer. Dein System ist nicht sofort verseucht.
Um es für den Benutzer einfacher zu machen innerhalb der aktuellen Anmeldung auch administrative Dinge erledigen zu können (Software installieren, aktualisieren und löschen, etc.) gibt es zwei Wege:
- su - switch user Ohne Parameter wird hier der Benutzerkontext zu “root” dem Unixadministrator gewechselt und nach dem root Passwort gefragt. Bei Ubuntu gibt es kein root Passwort.
- sudo - switch user do Mit diesem Werkzeug erhälst Du die Möglichkeit mit Deinem Benutzerpasswort administrative Aufgaben zu erledigen. Ausserdem protokolliert sudo alle ausgeführten Kommandos im Syslog System mit(Windowssprech: Ereignisprotokoll)
Mein Fazit,
In der ganzen Zeit in der ich mit freier Sofware zu tun habe, ist: Lerne Dein System verstehen. In diesem Softwareuniversum bekommst Du neben den verfügbaren Knowhow auch noch die Werkzeug frei Haus, die Du zum Systemverständnis benötigst. Am Anfang ist die Lernkurve etwas steiler, aber das angeeignete Wissen ist mit der nächsten Version immer noch anwendbar.
Viel Spaß mit dem Linuxsystem.
Und wie Du bei Deiner letzten Wochenend Aktion gesehen hast, geht da echt viel, einfach so out of the box auf der Kommandozeile, und damit auch von Zuhause auf’m Sofa per SSH. Da fängt es dann an richtig Spaß zu machen. Davon träumen Windowsserver Admins immer.