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Weihnachtsgedicht

Ein Weichnachtsgedicht von Erich Kästner. Es passt so schön in unsere heutige Zeit, dass ich es hier gerne zitieren möchte. Es fängt so schön die Stimmung ein, die in diesen Tagen durch die Straßen weht.

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man’s bedenkt.

Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht soweit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.

Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt’s Weihnachtsfest genug.

Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.

Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen -
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt’s an Holz!

Stille Nacht und heil’ge Nacht -
Weint, wenn’s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.

Gottes Güte recht so weit …
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

Erich Kästner

{ 2 } Comments

  1. EuRo | 2007-12-23 um 17:53 | Permalink

    Emil und die Detektive, hä?
    Pünktchen und Anton, was?

    “Unseren” Kästner kennen die wenigsten. So ist das mit dem Ruhm…

  2. fmat | 2007-12-23 um 21:19 | Permalink

    Der war, wie Du sehr gut weist :-), sehr sozialkritisch. Das war damals wie heute aber auch nicht soo schwer.

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