Es sind nur noch 20 Tage zur 2. Lesung des Europaparlament. Die heiße Phase der Lobbyarbeit hat schon längst begonnen. Ich muß mit Erstaunen erleben, wie sich unsere Bundesregierung über das Mehrheitsvotum des Bundestages hinweg setzt und das genaue Gegenteil im EU Rat vorantreibt und für Softwarepatente einsteht!
Auf verschiedenen Seiten können Sie mehr über die Machenschaften der Patentlobby erfahren, und warum es entgegen allen Beteuerungen aus dieser Ecke ein große Bedrohung für Innovationen und Arbeitsplätze bedeutet.
- Patentfrei.de
- Unternehmer gegen Softwarepatentierung
- Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur e.V.
- NoSoftwarePatents.com
Eine Zusammenfassung des Status Quo findes sich beim ffii.org, der schon sehr lange gegen Softwarepatente arbeitet.
Eine verkürzte Erklärung der Logik hinter den Auswirkungen von Softwarepatenten vereinfacht den Einstieg in die Materie.
Ich kann nur jeden warnen, der glaubt es handle sich um ein Problem von einer Gruppe von Programmierern, die an alten Grundsätzen festhalten wollen. Sie sollten sich vor Augen führen, wie vorhandene Software unser alltägliches Leben durchdringt(Fernsehgeräte, DVD Spieler, Internet, KFZ Navigation, Fahrstuhlsteuerungen, etc). Fehlender Wettbewerb erzeugt schlechtere Produkte zu höheren Preisen. Wie ersten meinen die Patentbefürworter aus der Industrie denn den Ruf nach mehr Wettbewerb?
Softwarepatente werden auch Auswirkungen auf die Sicherheit haben.
Die bisherigen Regeln(Urheberrecht) reichen für einen Investitionsschutz vollkommen aus, wie man an dem Beispiel vom Microsoft sehr schön sehen kann. Nun versuchen diese Herrschaften den nachfolgenden Unternehemen durch Lobbyarbeit für Softwarepatente den Weg abzuschneiden. Der Aufstieg eines Unternehmens wie Microsoft wäre nach den neuen Regeln nicht mehr möglich. Nun hat das leider nichts mit Ironie zu tun, sondern mit der Einforderung von politischen Protektion vor Wettbewerb.
